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Dienstag, 2. Juni 2020

Berliner Weltkulturerbesiedlungen - online

Eine hervorragend programmierte und gestaltete, äußerst informationsreiche Website zu den Welterbesiedlungen und dem Wohnungsbau der Weimarer Republik in Berlin ist online gegangen. Neben vielen Fotos, Fakten und Geschichten über die denkmalgeschützten Gebäude und Ensembles greift die Website einzelne historische Themen auf, stellt aktuelle Bezüge her und kombiniert diese mit Aufgaben, die den eigenen Blick schärfen und sich somit auch gut für den Einsatz in der Jugend- und Erwachsenenbildung eignen. Dazu präsentieren die Autoren zahlreiche Hintergrundinfos aus den künstlerisch, gestalterisch, sozial und politisch bewegten 1920er-Jahren. Komplettiert wird das Ganze durch eine Einführung in die Berliner Stadtgeschichte, die ebenfalls bewegten Biografien der wichtigsten Planer und Bewohner sowie ein umfangreiches Glossar. https://welterbe-siedlungen-berlin.de/

Mittwoch, 18. April 2018

Berlinführer in neuen Auflagen

Die Wegweiser von Michael Bienert und Elke Linda Buchholz durch das Berlin der Kaiserzeit (4. Auflage) und das Berlin der Zwanziger Jahre (8. Auflage) sind echte Longseller, was sicher auch daran liegt, dass sie von Auflage zu Auflage gründlich durchgesehen, aktualisiert und verbessert werden. Inzwischen sind auch etliche Farbfotos hinzugekommen, die in den ersten Auflagen fehlten. Jetzt sind die neuesten Nachauflagen aus der Druckerei eingetroffen. Modernes Berlin der Kaiserzeit und Die Zwanziger Jahre in Berlin erscheinen weiterhin im Berlin Story Verlag, sind über den gesamten Buchhandel zu beziehen und kosten unverändert (!) 19,95 pro Exemplar.

Donnerstag, 13. Oktober 2016

Gropius to Go

Mit ein paar Tagen Verspätung ist sie nun einsatzbereit: Die App des Landesdenkmalamtes, mit denen man Berlin auf den Spuren des Bauhausgründers Walter Gropius erkunden kann. Gropius hat Villen, Wohnzeilen, Kupferhäuser, ein Grabmal auf dem Jüdischen Friedhof und das Bauhaus-Archiv entworfen, die Gropiusstadt trägt seinen Namen, darüber hinaus hinterließ Gropius eine Vielzahl unrealisierter Berliner Projekte wie ein "Totaltheater" für den Regisseur Erwin Piscator. Zu all diesen Themen bietet die App kompakte Informationen, Karten und Empfehlungen für Spaziergänge.

Im Auftrag der Gewobag hat Michael Bienert dem Landesdenkmalamt mit einer Recherche zum Anteil von Gropius an der Reichsforschungssiedlung Haselhorst zugearbeitet. Auf dieser Grundlage ist jetzt auch der Eintrag in die Denkmaldatenbank überarbeitet und mit aktuellen Fotos vom Zustand der denkmalgerecht sanierten Siedlung versehen worden.

Weitere Infos über Führungen durch die Reichsforschungssiedlung und das Buch von Michael Bienert über Haselhorst

Samstag, 27. Februar 2016

Die Wohnungsfrage und die Gründung von Groß-Berlin im Jahr 1920. Eine Tagung der Henselmann-Stiftung

Eine Antwort auf Mietskasernenelend und Wohnungsnot:
Bruno Tauts Wohnstadt "Carl Legien" gehört heute
zum UNESCO-Weltkulturerbe
"Ein Jahrhundertereignis" nennt der Stadtplaner Harald Bodenschatz die Gründung der Einheitsgemeinde Groß-Berlin im Jahr 1920, und zumindest mit Blick auf die Stadtgeschichte stimmt das auch. Die Verwaltungsgrenzen der Stadt haben sich seither nur unwesentlich verändert, die Berliner orientieren sich immer noch anhand der damals geschaffenen 20 Bezirke in ihrer Stadt, auch wenn diese teilweise zu größeren Einheiten fusioniert wurden. Mit der Eingemeindung mehrerer Großstädte, etlicher Landgemeinden und Gutsbezirke vergrößerte sich das Gebiet der Berliner Stadtverwaltung 1920 auf das Dreizehnfache, die Einwohnerzahl verdoppelte sich auf über vier Millionen. Damit war der Weg frei für eine besser koordinierte Stadt- und Verkehrsplanung, insbesondere die Bekämpfung der Wohnungsnot und des Wohnungselends.
Vor dem Ersten Weltkrieg entschieden die Standortwahl der Industrie, die Bodenspekulation und die Rivalitäten zwischen den Einzelgemeinden im Großraum Berlin darüber, wo Mietskasernen für Arme oder Villenviertel als Steueroasen für Wohlhabende entstanden. Nach Schaffung der Einheitsgemeinde war es möglich, planvoll sozialen Wohnungsbau auf Flächen zu betreiben, die der Kommune außerhalb des S-Bahn-Rings zur Verfügung standen.
Vom "goldenen Zeitalter der Wohnungsbaupolitik" sprach die Linken-Politikerin Katrin Lompscher heute auf dem 12. Hermann-Henselmann-Colloquium im ehemaligen Preußischen Landtag, wo 1920 das Groß-Berlin-Gesetz verabschiedet wurde. Zwar sind es bis zum 100. Jubiläum noch ein paar Jahre, doch schon jetzt findet es die Hermann-Henselmann-Stiftung an der Zeit, dieses historische Ereignis auf seine Voraussetzungen und Folgen zu befragen. Sie plant weitere Symposion bis zum Jahr 2020, die sich der "Verkehrsfrage" (2017), der "Grünfrage" (2018) und der "Planungskultur" (2019) widmen sollen, um dann in eine Abschlusskonferenz zu "Perspektiven für die Hauptstadtregion" (2020) zu münden. An eine "neue Epoche der Stadtentwicklung" glaubt Mitorganisator Thomas Flierl. Zum Auftakt der Tagungsserie stand die plötzlich wieder brennend aktuell gewordene "Wohnungsfrage" auf dem Programm. Angesichts einer unerwartet stark wachsenden Bevölkerung sieht sich der Berliner Senat heute vor ähnlichen Herausforderungen wie der Magistrat in der Zeit zwischen den Weltkriegen.
Was damals aus der (Wohnungs-)Not geboren wurde, ist durchaus ermutigend, hat Schule gemacht und gehört heute - wie die Hufeisensiedlung in Britz, die Weiße Stadt oder die Ringsiedlung - zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Chance, an diese Tradition anzuknüpfen, ist gegeben, trotz der Drucks, bis 2030 etwa 300.000 Wohnungen neu zu bauen, die sich die Berliner auch leisten können. Nach dem Ersten Weltkrieg war der Druck erheblich höher, etwa 300.000 Berliner hausten damals in Lauben und anderen Notquartieren. "Wir haben heute einen Engpass, aber keine Wohnungsnot wie vor 100 Jahren", sagte Maren Kern vom mächtigen Verband der Berlin-Brandenburgischen Wohnungsunternehmen auf der Konferenz. Sie glaubt die kommunalen und genossenschaftlichen Wohnungsunternehmen gut aufgestellt, sieht Probleme eher in bürokratischen Hindernissen, in überzogenen gesetzlichen Auflagen, bei der Versorgung mit preiswertem Bauland und in der Akzeptanz: "Die Zustimmung zum Neubau in der Bevölkerung muss wachsen."

Mittwoch, 26. August 2015

Ein neuer Führer durch die Hufeisensiedlung

Eine kompetenteren Autor für einen Kurzführer über die weltberühmte Hufeisensiedlung von Bruno Taut gibt es kaum: Ben Buschfeld lebt dort seit Jahren, mit seiner Frau Katrin Lesser hat er ein Haus im Stil der Bauzeit innen komplett restauriert und eingerichtet, er hat bereits die Ausstellung zur Siedlung in der Infostation und den Webauftritt gestaltet. Da Buschfeld überdies auch noch im Hauptberuf als professioneller Designer und Buchgestalter arbeitet, besticht das nun bei Nicolai erschienene handliche Buch zum Thema durch Eleganz und Übersichtlichkeit. Eine schöne Orientierungshilfe sind die Luftbildaufnahmen, in denen die einzelnen Bauabschnitte farbig markiert sind. Darüber hinaus präsentiert der Band seltene historische Aufnahmen und stellt die bedeutenden Planer und einige Bewohner im Porträt vor - einschließlich des SS-Mannes Adolf Eichmann, der in der benachbarten Krugpfuhlsiedlung wohnte. Abgerundet wird die Darstellung durch kurze Kapitel zu den anderen UNESCO-Welterbesiedlungen in Berlin und Hinweise auf weitere Bauten des Architekten Bruno Taut.

Ben Buschfeld
Bruno Tauts Hufeisensiedlung
UNESCO-Welterbe-Siedlung der Berliner Moderne
Deutsch | Englisch
144 Seiten
13 x 21 cm
150 Abbildungen, 10 Pläne
Klappenbroschur
Nicolai Verlag, Berlin 2015 

ISBN 978-3-89479-923-6
16,95 EUR

Dienstag, 24. Juni 2014

Neues Weltkulturerbe in Rotterdam: die Van Nelle Fabriek

Foto: Rotterdam Partners
Das Komitee des UNESCO-Weltkulturerbes hat am Wochenende die Van Nelle Fabriek mit dem Status „Weltkulturerbe“ ausgezeichnet, eine ehemalige Kaffee-, Tee und Tabakfabrik, die zwischen 1925 und 1931 erbaut wurde. Bereits kurze Zeit nach dem sie entworfen und erbaut wurde, beschrieben prominente Architekten die Rotterdamer Fabrik als „den schönsten Anblick der modernen Zeit“ (Le Corbusier, 1932) und „ein Gedicht aus Stahl und Glas“ (Robertsen und Yerbury, 1930). Der Bauherr, Kees van der Leeuw, sowie die Architekten Johannes Brinkmann und Leendert van der Vlugt hatten sich als Ziel gesetzt, die „ideale Fabrik“ zu entwerfen: funktional, gut aussehend und offen. Natürliches Licht wurde verwendet, um ein angenehmes Arbeitsumfeld zu schaffen.

Foto: Rotterdam Partners
Nach dem Produktionsstop im Jahr 1955 suchten die damalige Besitzerin der Fabrik, Sara Lee, und die Gemeinde nach einer neuen Möglichkeit, den Komplex weiterhin zu nutzen. Der Verkauf an die „CV Van Nelle Designfabrik“ führte zur Entwicklung einer neuen „Van Nelle Gemeinde“. Direktor Roger Meertens erklärt: „So wie es vorher war, ist die aktuelle „Van Nellefabriek“ ein inspirierendes Arbeitsumfeld, an dem mehr als 80 Unternehmen die schönsten Dinge des täglichen Lebens entwickeln und an dem alle Arten von nationalen und internationalen Veranstaltungen inszeniert werden.“ Die erfolgreiche Sanierung der Fabrik wurde zwischen 1999 und 2006 vorgenommen, unter der Leitung des Bauherrs Volker Wessels. Wessel de Jonge fungierte als koordinierender Architekt. (Quelle: Pressemitteilung NBTC)

Weitere Informationen: http://vannellefabriek.com/

Mittwoch, 23. April 2014

Umkämpfte Idylle - Führungen durch die Hufeisensiedlung

Henning Holsten führt durch Alltag und Politik in der Hufeisensiedlung - von der sozialdemokratischen Modellsiedlung zur nationalsozialistischen Kleinbürgeridylle und zurück. Die Hufeisensiedlung Britz hat in den ersten Jahrzehnten ihres Bestehens mehrere politische Systembrüche erlebt. Die Teilnehmer blicken hinter die eindrucksvollen Fassaden des Weltkulturerbes und lernen Anarchisten und Spießer, Widerstandskämpfer und Massenmörder von ihrer privaten Seite kennen.
Nächste Termine:
Sonntag, 27. April 2014, 14 Uhr Sonntag, 22. Juni 2014, 14 Uhr
Treffpunkt: U-Bahnhof Parchimer Allee, Nordausgang
Dauer: 2 Stunden Teilnahme 5,- Euro / ermäßigt 3,50 Euro
Anmeldung unter 030 627 277 716
Eine Veranstaltung des Museums Neukölln

Mittwoch, 9. April 2014

Erinnerung an Carl Legien kehrt zurück

Erich-Weinert-Straße, Ecke Gubitzstraße
Foto: Michael Bienert, April 2014
An der Wohnstadt Carl Legien in Prenzlauer Berg, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, erinnert wieder ein Schriftzug an den Namensgeber. Anlass für die Wiederherstellung der markanten Inschrift ist das 90-jährige Jubiläum der GEHAG, die seit 2007 zur Deutsche Wohnen Gruppe gehört. Der Schriftzug, der den Gewerkschaftsführer der Weimaer Republik, Carl Legien, würdigt, war vermutlich im Sommer 1933 von den Nazis entfernt worden. Michael Zahn, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Wohnen AG, dankte dem Land Berlin, das die Hälfte der Kosten übernommen hatte, für die unbürokratische Unterstützung bei der Wiederherstellung der Inschrift.
Als wir in der vergangenen Woche an der Straßenecke fotografierten, war uns die Veränderungen gar nicht aufgefallen, so vertraut ist uns das historischeErscheinungsbild aus unserem Buch Die Zwanziger Jahre in Berlin (Abbildung unten).

Postkarte aus der Zentral- und Landesbibliothek Berlin, um 1930,
abgebildet in Bienert/Buchholz, Die Zwanziger Jahre in Berlin

Freitag, 25. Oktober 2013

"Tautes Heim" erhält Denkmalpreis 2013

Das denkmalgerecht wiederhergestellte "Taute Heim" in der Hufeisensiedlung Britz wird am 14. November mit dem Berliner Denkmalpreis 2013 ausgezeichnet. Wir gratulieren! Elke Linda hat dort probegewohnt und im TAGESSPIEGEL darüber berichtet. Zum Artikel bitte unten auf "Weitere Informationen" klicken.

Freitag, 27. September 2013

Triennale der Moderne eröffnet heute

Wohnblock in
Haselhorst, um 1932
Heute beginnt offiziell die Triennale der Moderne, ein Veranstaltungsprogramm in den drei Bauhaus-Städten Berlin, Weimar und Dessau, das im Dreijahresrhythmus stattfinden soll: 2013, 2016 und 2019 zum 100. Geburtstag des Bauhauses. Das umfangreiche Programm finden sie hier. An diesem Wochenende liegt der Schwerpunkt auf Veranstaltungen in Berlin, so finden von morgens bis nachmittags Architekturführungen statt. Wir sind morgen mit einer Führung durch die 1930 bis 1935 erbaute Reichsforschungssiedlung Haselhorst aktiv beteiligt - sie ist aber leider schon ausgebucht.

Freitag, 6. September 2013

Baudenkmal Bundesschule Bernau

Moderne Architektur, eingebettet
in die märkische Landschaft:
die ADGB-Bundesschule auf
dem Cover der Neuerscheinung
Bei dem schönen Wetter, das am Wochenende zu erwarten ist, empfehlen wir einen Ausflug nach Bernau zur ehemaligen Bundesschule des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftbundes (ADGB). Seit August 2012 steht sie auf der UNESCO-Welterbeliste. Übermorgen, am 8. Sepember 2013, ist sie im Rahmen des "Tages des offenen Denkmals" von 10.30 Uhr bis 13 Uhr für Besucher geöffnet und es finden Führungen statt. Die ehemalige Gewerkschaftsschule entstand zwischen 1928 und 1930 nach Plänen des Bauhausdirektors Hannes Meyer und seines Partner Hans Wittwer, in der Nazizeit wurde sie zur "Reichsführerschule" umfunktioniert. Soeben ist ein kleines Buch erschienen, das die Geschichte des Baudenkmals Revue passieren lässt und die Sehenswürdigkeiten der Anlage vorstellt:

Günter Thoms / Peter Steininger: Die ADGB-Bundesschule Bernau in Berlin. 48 Seiten, E. A. Seemann Verlag 2013, 9.95 €
Inhalt und Leseprobe

Dienstag, 25. Juni 2013

Neue Publikation über den Jüdischen Friedhof in Weissensee

Die Grabstätte Mendel von Walter Gropius
“Du siehst noch drei, vier fremde Städte, / du siehst noch eine nackte Grete, / noch zwanzig–, dreißigmal den Schnee – / Und dann: / Feld P – in Weissensee – / in Weisssensee.” So endet ein 1925 in der “Weltbühne” gedrucktes Gedicht von Kurt Tucholsky, doch sein Grab sucht man auf dem jüdischen Friedhof in Weissensee vergebens. Im Gräberfeld T2, nahe der Friedhofsmauer, kann man eine Grabstelle für seinen Vater Alex und seine Mutter Doris Tucholsky (Feld T2) entdecken. Sie jedoch wurde hier auch nicht begraben, sondern kam 1943 im Konzentrationslager Theresienstadt ums Leben. Der Sohn Kurt Tucholsky starb wie viele jüdische Berliner, die das Kulturleben der Stadt in den Zwanziger Jahren prägten, im Exil. 1935 wurde er im schwedischen Mariefred nahe Schloss Gripsholm begraben.

Der jüdische Friedhof in Weissensee mit über 115.000 Grabstätten ist flächenmäßig der größte in Europa. In den Zwanziger Jahren waren mit der Verwaltung und Pflege des Geländes rund 250 Personen beschäftigt. Pompöse Mausoleen, historistische Tempelchen und die Trauerhalle aus der Kaiserzeit bestimmen das architektonische Erscheinungsbild der Friedhofsanlage, dazwischen finden sich Grabstellen, die deutlich vom Zeitgeschmack der Zwanziger Jahre beeinflusst sind. 1927 wurde das Ehrenmal für 12.000 im Ersten Weltkrieg gefallene jüdische Soldaten eingeweiht. Aus den Werkstätten des Weimarer Bauhauses stammt das von Walter Gropius entworfenen Grabmal für den 1922 verstorbenen Kaufmann Albert Mendel: Ein prismenförmiger steinerner Sarkophag, der mit dem Rahmen und Dach der Rückwand eine spannungsvolle Raumkomposition bildet.

Das Landesdenkmalamt Berlin und das Institut für Architektur, Fachgebiet Bau- und Stadtbaugeschichte der TU Berlin haben dieser Tage eine neue Publikation über den Jüdischen Friedhof Berlin-Weißensee vorgelegt. Anlass ist die Dokumentation von über 100.000 Grabstellen durch das Institut für Architektur, Fachgebiet Bau- und Stadtbaugeschichte der TU Berlin. Die Publikation über den aktuellen Forschungsstand kann kostenfrei heruntergeladen werden. Zum Download

Textauszug aus: Michael Bienert/Elke Linda Buchholz, Die Zwanziger Jahre in Berlin, 5. Auflage 2013. 

Freitag, 14. Juni 2013

Triennale der Moderne

2019 jährt sich der 100. Geburtstag des Bauhauses. Auf dieses Ereignis hin ist die Triennale der Moderne in den Bauhausstädten Weimar, Dessau und Berlin hin konzipiert, die in diesem Jahr erstmals stattfindet - mit zahlreichen Veranstaltungen zur modernen Architektur der Weimarer Republik in allen drei Städten. Das umfangreiche Programm wurde heute offiziell vorgestellt, wir beteiligen uns am 28. September 2013 mit einem Spaziergang durch die Reichsforschungssiedlung Haselhorst (Foto).

Dienstag, 26. März 2013

Internationaler Denkmalschutzpreis fürs "Taute Heim"

Der von der Europäischen Union vergebene "European Union Prize for Cultural Heritage/Europa Nostra Award" ist der mit Abstand wichtigste Preis für die Bewahrung und Förderung von Bau- und Kulturdenkmälern in Europa. Ganze Altstädte, Kathedralen, Schlösser und Museen werden hier in der Regel geehrt. Das Verfahren ist aufwändig und glamourös. Die feierliche Preisverleihung erfolgt am 16. Juni am Fuße der Akropolis in Athen durch Placido Domingo, den Präsidenten der Organisation. Einer der diesjährigen Preise geht an ein verhältnismäßig kleines, dafür aber besonders engagiertes Projekt aus Berlin: Das von den privaten Bauherren, Landschaftsarchitektin Katrin Lesser und Grafik-Designer Ben Buschfeld, ins Leben gerufene Ferienhaus Tautes Heim in Neukölln-Britz. Hier können Besucher den Geist und die kulturelle Aufbruchstimmung der Zwanziger Jahre nicht nur hautnah erleben, sondern sogar selbst bewohnen. Das farbenfroh restaurierte Haus ist Teil der Hufeisensiedlung, eines Denkmalensembles, das 2008 zum UNESCO-Welterbe ernannt wurde und weltweit als herausragendes Beispiel des modernen städtischen Wohnungsbaus gilt. Mit der Auszeichnung in der Kategorie Konservation tritt das mit viel Liebe zum Detail im Stile der 1930er Jahre möblierte, bescheidene 65qm messende Reihen-Endhaus in wahrhaft große Fußstapfen: Die beiden letzten Berliner Preisträger waren die Villa des Malers Max Liebermann im noblen Stadtteil Wannsee (2008) und das vom britischen Star-Architekten David Chipperfield umgebaute "Neue Museum" auf der Museumsinsel (2010). Lesen Sie hier den Bericht von Elke Linda Buchholz, die im Tauten Heim zur Probe gewohnt und für den Tagesspiegel darüber berichtet hat. 

Sonntag, 10. Februar 2013

Baden in Blau - Eine Nacht im "Tauten Heim" in der Hufeisensiedlung Britz


Von Elke Linda Buchholz - Beim Aufwachen fällt der Blick auf die blauen Wände des Schlafzimmers. Was für ein Blau! Der Kalender auf dem Schreibtisch zeigt den 21. Januar. Das Datum stimmt. Nur die Jahreszahl irritiert: 1931. Wie es damals wohl hier war, als die Erstmieter ihr neues Domizil bezogen? Einfache Leute werden es gewesen sein, kleine Angestellte oder Beamten, vielleicht mit Kindern. Ob ihnen das Blau im Schlafzimmer gefiel? Intensiv, fast leuchtend ist es einfach da. Überhaupt nicht kühl, eher zärtlich. Eine Farbe voller Anmut, Klarheit und Eigensinn. So wie das ganze kleine Haus, das vom flachen Pultdach bis zur Originaltürklinke denkmalgerecht wiederhergestellt in der Britzer Hufeisensiedlung auf Feriengäste wartet. Wer sich hier einquartiert, findet sich unversehens auf einer Reise in die späten Zwanziger und frühen Dreißiger Jahre: in die Ära des Architekten Bruno Taut, der mit seinen Berliner Reformsiedlungen für Kleinverdiener tausende von Wohneinheiten entwarf. Heute stehen sie auf der UNESCO-Welterbeliste.

Donnerstag, 27. Dezember 2012

Bunter, umfangreicher, aktueller: Die 4. Auflage des Standardwerks DIE ZWANZIGER JAHRE IN BERLIN

Neu geschrieben, neu gestaltet:
Doppelseite über die Weiße Stadt
im Weltkulturerbe-Guide

Die 4. Auflage des Standardwerks und Wegweisers durch die Stadt ist seit Anfang November lieferbar! Die Autoren Michael Bienert und Elke Linda Buchholz haben nicht bloß aktualisiert, sondern kräftig an- und umgebaut: Die UNESCO-Welterbesiedlungen stellen sie ausführlich in einem ganz neuen Kapitel vor, neben anderen Baudenkmalen, die wieder in der ursprünglichen Farbigkeit erstrahlen. Das Buch hat zahlreiche neue Abbildungen bekommen, davon allein 60 in Farbe! Weitere Infos

Michael Bienert / Elke Linda Buchholz
DIE ZWANZIGER JAHRE IN BERLIN 
Ein Wegweiser durch die Stadt 

304 Seiten, 250 Abbildungen, 12,5 x 20,5 cm, Broschur

JETZT LIEFERBAR:
6. erweiterte und aktualisierte Auflage,
Berlin Story Verlag 2015,
Preis 19,95 €

Freitag, 23. November 2012

Buchvorstellung und Hausbesichtigung in der Hufeisensiedlung am Sonntag, dem 25. Dezember 2012, um 11 Uhr

Wann? 25. November 2012 um 11 Uhr
Wo? Info-Station mit Café und Ausstellung in der Hufeisensiedlung, Fritz-Reuter-Allee 44, 12359 Berlin (Nähe U Parchimer Allee).
Was kostet es? Der Eintritt ist frei.



Bett für Feriengäste
in der Hufeisensiedlung.
Foto: Ben Buschfeld
Eintauchen ins Lebensgefühl der "Goldenen Zwanziger" – das kann man in der 1925 bis 1930 von Bruno Taut geplanten Hufeisensiedlung, die heute zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt.  Im Kopfbau des 350 Meter langen Gebäudezugs, der der Großsiedlung ihren Namen gab, betreibt seit Kurzem der Verein der "Freunde und Förderer der Hufeisensiedlung" ein Café mit angeschlossener Ausstellung. Dort präsentieren Elke Linda Buchholz und Michael Bienert die erweiterte Neuauflage ihres Buches "Die Zwanziger Jahre in Berlin". Der aktualisierte Wegweiser zu Brennpunkten der politischen und Kulturgeschichte Berlins stellt die Siedlungen der Zwanziger Jahre ausführlich vor, darunter die Hufeisensiedlung – und als Geheimtipp das “Taute Heim”. In dem liebevoll denkmalgerecht wieder hergestellten und komplett im Stile der 1930er Jahre möbliertem Ferienhaus können architekturbegeistere Berlin-Besucher eine kleine Zeitreise unternehmen. Sie erleben die Qualität der viel gepriesenen Innenraumfarben und durchdachten Grundrisse Bruno Tauts. Ab drei Übernachtungen können Architektur- und Designliebhaber das kleine Haus mit Garten und Terrasse mieten. Nach großem Andrang am “Tag des Offenen Denkmals” und viel Lob von Experten und Fachmedien laden die beiden privaten Besitzer, die Landschaftsarchitektin Katrin-Lesser und der Grafik-Designer Ben Buschfeld im Anschluss an die Buchpräsentation zu einer Besichtigung ein. Im Café der Info-Station gibt es Kaffee mit selbstgebackenen Kuchen, eine von Ben Buschfeld gestaltete Ausstellung erzählt die Geschichte der Hufeisensiedlung.

Veranstalter: „Tautes Heim“ und „Berlin Story Verlag“ in Kooperation mit Ticket B und dem „Freunde und Förderer der Hufeisensiedlung Berlin-Britz e.V.“ 


www.tautes-heim.de
www.hufeisensiedlung.info
www.berlinstory-verlag.de

Donnerstag, 11. Oktober 2012

Hufeisensiedlung und Tautes Heim: Neue Fernsehbeiträge

Katrin Lesser und Ben Buschfeld
In der Hufeisensiedlung haben der Mediendesigner Ben Buschfeld und die Landschaftsarchitekten Katrin Lesser ein Reihenhaus von Bruno Taut denkmalgerecht saniert und möbliert, seit ein paar Monaten können Architekturenthusiasten das Taute Heim mieten und dort übernachten. Der Sender n-tv hat einen sehr hübschen 5-Minuten-Film darüber produziert, in dem auch seltene Filmaufnahmen der Hufeisensiedlung aus der Bauzeit zu sehen sind. Der Film wird am Samstag, dem 13. Oktober 2012, noch einmal um 8.35 Uhr ausgestrahlt und kann auch online bewundert werden. Ein weiterer Fernsehbeitrag ist in der ARD-Mediathek zu sehen.

Am 25. November 2012 kann das "Taute Heim" besichtigt werden, im Anschluss an die Vorstellung der Neuauflage des Buches "Die Zwanziger Jahre in" Berlin
Mehr Infos


Fotos: Ben Buschfeld / Tautes Heim

Montag, 27. August 2012

Großlabor des Wohnungsbaus


Manche Berliner Siedlungen der Weimarer Republik sind seit 2008 Weltkulturerbe, andere nicht – aber trotzdem sehenswert. Ein Streifzug von Michael Bienert, erschienen am 25. August 2012 im Feuilleton der Stuttgarter Zeitung:

Wohnhauseingang in der Gartenstadt Atlantic,
Heidebrinker Straße 8. Foto: Bienert

Hat man dieses Wohnhaus bei der Sanierung vergessen? Im Vorbeigehen wirkt es so. Das Haus Heidebrinker Straße 15 in der sanierten Gartenstadt Atlantic trägt noch den Originalputz aus den legendären Zwanziger Jahren. Er ist nachgedunkelt, aber wenn die Sonne darauf scheint, dann beginnen feine Körnchen darin plötzlich zu schillern und zu blinkern. Die Fassade lebt! Dann bemerkt man weitere feine Details, die an den Nachbarhäusern verloren gegangen sind: die Kasten-Doppelfenster und ihre expressionistischen Einfassungen lassen die ungedämmte Außenwand viel plastischer wirken. Die Rollläden sind aus Holz, nicht aus Kunststoff. Es fehlt die dicke Wärmedämmschicht unter dem Putz.

Wenigstens ein Haus der Gartenstadt Atlantic am S-Bahnhof Gesundbrunnen schaut noch genauso aus, wie der deutsch-jüdische Architekt Rudolf Fränkel es entworfen hatte – dank einer Finanzspritze von 200.000 Euro von der  Deutschen Stiftung Denkmalschutz. An den übrigen rund 50 Häusern der Siedlung hat der private Eigentümer das Erscheinungsbild nur vergröbert wiederherstellen lassen, sonst wären die Mieten explodiert. Wichtiger war ihm, die bunte Bevölkerungsmischung in dem zu Mauerzeiten stark herunter gekommenen Kiez zu erhalten. Man sieht es mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Die Gartenstadt Atlantic ist eines von vielen Wohnquartieren der Weimarer Republik, deren architektonische und städtebauliche Qualität nach Jahrzehnten der Vernachlässigung in jüngster Zeit wieder erlebbar geworden ist. Das Berlin der Roaring Twenties war ein Großlabor des Wohnungsbaus.

Mittwoch, 6. Juni 2012

Infostation in der Hufeisensiedlung eröffnet

In der Hufeisensiedlung  - der berühmtesten Berliner Siedlung der 20er Jahre und seit 2008 Weltkulturerbe - ist vor wenigen Tagen ein Infopoint eröffnet worden, mit einer von Ben Buschfeld gestalteten Ausstellung und Cafébetrieb an zwei Tagen in der Woche. Der Infopoint befindet sich im Kopfbau des Hufeisens in einem ehemaligen Blumenladen und ist freitags von 13 bis 17 Uhr und sonntags von 15 bis 19 Uhr geöffnet. Weitere Informationen