Posts mit dem Label Gedenkorte werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Gedenkorte werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 22. Dezember 2025

Die Ausstellung "Das Romanische Café im Berlin der 1920er-Jahre" ist auch 2026 im Europa-Center zu sehen


Die Ausstellung "Das Romanische Café im Berlin der 1920er-Jahre" hat seit Anfang 2024 über 45.000 Besucherinnen und Besucher angezogen - und wird jetzt zum wiederholten Mal verlängert. Auch 2026 wird sie im Berliner Europa-Center zu sehen sein, mangels öffentlicher Förderung ist sie allerdings nur freitags und samstag von 13 bis 18 Uhr geöffnet und wird in dieser Zeit von Ehrenamtlichen betreut. Außerdem gibt es weiterhin Lesungen, Konzerte und Diskussionsveranstaltungen, auch Führungen außerhalb der Öffnungszeiten sind möglich. Für den Unterhalt bleibt das Ausstellungsprojekt auf Spenden angewiesen. Mehr Infos unter: romanisches-cafe.berlin

Mittwoch, 1. Dezember 2021

Audiowalk durch Alfred Döblins Osten

Ein Audiowalk von Sascha Hermeth erweckt eine Figur aus Alfred Döblins Roman "Berlin Alexanderplatz" zum Leben. Ida, die erschlagene Geliebte des Romanhelden Franz Biberkopf, führt an verschiedene Orte aus Döblins Lebensumfeld und widmet sich seinem Wirken als psychiatrischer Arzt: https://guidemate.com/guide/Die-Psychopathologie-des-Alfred-D-eine-Dokufiktion-618fb2606fdf0649bff986d6

Montag, 31. Mai 2021

Das Schloss der Republik

"Jahrzehntelang haben Monarchisten und Kommunisten gleichermaßen behauptet, das Schloss sei das Schloss der Hohenzollern gewesen. Es ist an der Zeit, daran zu erinnern, was es seit der Revolution wirklich gewesen ist: das Schloss der Republik", schreibt Christian Walther in seiner illustrierten Geschichte des Berliner Stadtschlosses, das 1950 abgerissen wurde und als Humboldt-Forum inzwischen wiederauferstanden ist. Mit einem erfrischenden Kunstgriff erzählt der Journalist die Geschichte des Hohenzollernpalastes aus der Perspektive von neun Frauen, die von 1918 bis zum Abriss in dem Gebäude arbeiteten. Die Physikerin Lise Meitner hielt im Schloss Vorträge für die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wisssenschaften, deren Generalverwaltung im Schloss untergebracht war; wie auch angegliederte Institute, in denen etliche junge Wissenschaftlerinnen beschäftigt waren. Eine von ihnen, Marguerite Wolff, publizierte nicht nur zum Völkerrecht, sondern mit einem Co-Autor einen Leitfaden für Autofahrer, ehe sie 1933 als Jüdin ihre Stelle verlor und ins Exil ging. Die Österreicherin Eugenie Schwarzwald funktionierte in der Inflationszeit die Schlossküche für die Speisung von Bedürftigen um, und die Reichstagsabgeordnete Marie-Elisabeth Lüders setzte sich dafür ein, dass Studentinnen sich in einer Wohnung im Schloss tagsüber entspannen und ungestört arbeiten konnten. Vor dem Abriss erhielt die Fotografin Eva Kemlein den Auftrag, die Kriegsruine umfassend zu dokumentieren. Viele unbekannte und überraschende Aspekte der Nutzungsgeschichte des Schlosses hat Christian Walther ausgegraben, die sich mit der Zukunft seines Wiedergängers als Humboldt-Forum berühren. Schon in der Weimarer Republik war das Schloss Sitz der Deutschen Forschungsgemeinschaft und damit ein Ort des Wissens und der Wissenschaften; auch der Deutsche Akademische Austauschdienst hatte dort seine Zentrale. Es gab nicht nur das Schlossmuseum, in vielen Räumen zeigte die Weimarer Republik ein junges, modernes, aufgeklärtes und vielfach weibliches Gesicht.

Christian Walther: Des Kaisers Nachmieter, Verlag für Berlin-Brandenburg, Berlin 2021, 184 Seiten, 151 Abbildungen  ISBN: 978-3-947215-28-7, 25 €

Donnerstag, 1. April 2021

Spolien der Kaiserzeit auf dem TU-Gelände. Entdeckungsreise mit einem Buch von Dorothea Zöbl

Borsigs Arkaden auf dem TU-Gelände


Von Michael Bienert. Viel altes Berlin kennt man nur von Postkarten, Zeichnungen, alten Fotos. Umso verblüffender, wenn dann plötzlich etwas dasteht, das völlig verschwunden schien. So ist es mir dieser Tage mit der Borsigschen Maschinenbaufabrik an der Chausseestraße gegangen und mit dem alten Berliner Dom im Lustgarten. Beides wurde in der Kaiserzeit abgerissen, um Platz für Neues zu schaffen. Doch zur selben Zeit plante Berlin einen neuen Wissenschaftscampus im Neuen Westen, in Charlottenburg, auf dem heutigen TU-Gelände. Als Anschauungsobjekt für den Architekturunterricht und das Fach Ornamentzeichnen wurden hinter dem neu errichteten Riesenbau der Technischen Hochschule zierliche Arkaden wiederaufgebaut, die dreißig Jahre den Eingangsbereich der Borsigschen Fabrik von der Straße getrennt und den Arbeitern in der Pausen Schutz vor Regen geboten hatten. Und auch eine elf Meter hohe ionische Säule des Schinkeldoms fand in der Nähe einen neuen Platz und diente fortan als Muster für angehende Architekten. 

Entdeckt habe ich die Spolien durch einen Zufall: In der Senatsbibliothek fiel mein Blick auf eine Neuerwerbung, Dorothea Zöbls „Der vergessene Garten der TU Berlin“ (Gebrüder Mann Verlag, 2019, 140 Seiten, 29,90 Euro). Ein wunderbar gelungener, hervorragend illustrierter Stadtteilführer, der die Augen für die historischen Schichtungen öffnet im Dreieck zwischen Ernst-Reuter-Platz, Straße des 17. Juni, Fasanen- und Hardenbergstraße. Bis in die 1950er-Jahre durchschnitt dieses Gelände die Kurfürstenallee, inzwischen zur Flanierstrecke umgewandelt, mit reizvollen Einblicken in die Bildhauerateliers der Universität der Künste und die kleine Fabrikstadt, die seit der Kaiserzeit die ehemalige Technische Hochschule mit Wärme und Strom versorgte. Zur Zeit ist man da fast ganz alleine, denn die TU-Institute sind wegen Corona für den Publikumsverkehr geschlossen. Der Campus aber ist weiterhin für Spaziergängerinnen und Spaziergänger zugänglich. 

Zöbls Buch ruft auch politische Geschichte in Erinnerung, etwa die Sitzungen des Deutschen Bundestages, der in den 1950er-Jahren im neusachlichen Physikgebäude tagte. Dort am Eingang erinnert immerhin eine Tafel an Ernst Ruska, nach dem der Bau heute benannt ist: Ruska erfand um 1934 Elektronenmikroskop und erhielt 1986 den Physiknobelpreis. Überhaupt wundert man sich, wie wenig Information zur Geschichte auf dem Campus zu finden ist. Dorothea Zöbls Buch geht von den Spolien aus und befragt diese Fundstücke detektivisch nach den komplexen historischen Zusammenhängen, in denen sie standen. Es ist ein großes berlinologisches Vergnügen, ihrer Recherche zu folgen. 

Zu den Verlagsinformationen über das Buch 

Montag, 29. März 2021

Bülowstraße 90 - ein neues Video und eine Dokumentation zu einem Haus mit bewegter Geschichte

Das Haus Bülowstraße 90 hat eine bewegte Vergangenheit: Es war Verlagshaus des S. Fischer Verlags, Sitz verschiedenster Firmen, es wohnten dort Rechtsanwälte, Malerinnen und Ärzte. In der NS-Zeit wurde es den jüdischen Besitzern abgepresst und vom Reichsmarineamt genutzt. Jetzt macht die Gewobag ein Labor für künftige Wohn- und Arbeitsformen aus dem Haus. In der neuesten Folge seiner Videokolumne "Fragen Sie mal..." unternimmt Michael Bienert einen Spaziergang durch das Gebäude und seine Geschichte: https://youtu.be/8Cqy87HJ9Lo 

Eine ausführliche Dokumentation zur Geschichte des Hauses steht hier kostenlos zum Download bereit: 

https://www.buelow90.berlin/wp-content/uploads/2020/10/Buelow_90_Dokumentation_Version4_oeffentlich_web.pdf






 

Mittwoch, 10. März 2021

Georg-Kolbe-Museum wieder geöffnet

Zu den Museen, die nach monatelanger Schließung wieder öffnen, gehört das Museum im ehemaligen Atelier des Bildhauers Georg Kolbe. In den späten 1920er-Jahren, der Bauzeit seines großzügigen Atelierhauses im Berliner Westend, befand Kolbe sich auf dem Höhepunkt seines künstlerischen Erfolgs. Vertreten von den großen Galerien Cassirer und Flechtheim hatte er Käufer*innen auf der ganzen Welt und war in Berliner Künstlerkreisen bestens vernetzt. Nach dem frühen und unerwarteten Tod seiner Frau Benjamine sehnte er sich jedoch nach einem Rückzugs- und Schaffensort unweit ihres Grabes. So entstand die Sensburg, wie Kolbe selbst das kubische Backsteinensemble in der Sensburger Allee liebevoll nannte. Stadtnah und zugleich am Rande des Grunewalds gelegen, sollte die Architektur das fruchtbare Wechselspiel von Kunst, Natur und baulicher Form widerspiegeln, auf das der Künstler immer wieder gerne verwies. 

Die Ausstellung „Moderne und Refugium“ portraitiert Kolbes Sensburg im Spiegel ihrer reichen Geschichte. Von ersten Entwurfszeichnungen über die Bauphase bis hin zur privaten und schließlich öffentlichen Nutzung versammelt sie eine Vielzahl mitunter ungesehener Zeitdokumente, die den Künstler als einflussreichen und kreativen Bauherrn und zugleich in seinem privatesten Nukleus zeigen. Umgeben von Familie, Freundinnen und Freunden, sowie seinen Hunden und Katzen wird Kolbe als Mensch mit Facetten sichtbar, die bislang unter der öffentlichen Rolle und ihren Zuschreibungen verborgen blieben. Ein wesentlicher Teil der gezeigten Materialien entstammt dem Nachlass seiner Enkelin, der erstc 2020 nach Berlin kam und aktuell im Museum erschlossen wird. Die Ausstellung zur Geschichte des Hauses ist nur noch bis 11. April zu sehen!

Weitere Infos und Anmeldung: www.georg-kolbe-museum.de

Dienstag, 9. März 2021

Ein Erinnerungsort für das Romanische Café


Ein informativer Artikel über das Vorhaben, einen Erinnerungsort für das Romanische Café und den Kurfürstendamm als Künstlerinnen- und Intellektuellen der Moderne zu schaffen. Wir sind beratend tätig und haben das schöne Foto vom Romanischen Haus - heute steht dort das Europa-Center - aus unserem Archiv zur Verfügung gestellt.

https://www.gazette-berlin.de/artikel/1542-das-romanische-cafe-der-1920erjahre-und-sein-kulturelles-erbe.html

 

Montag, 6. Juli 2020

John Heartfields Berlin - ein Streifzug

John-Heartfield-Ausstellung in der Akademie der Künste
Von Michael Bienert Als SA-Männer an der Wohnungstür rumorten, rettete sich der Künstler durch einen Sprung vom Balkon. Zum Glück lag die Wohnung im Hochparterre. Im Hof diente der ausgediente Leuchtreklamekasten eines Friseurs als Versteck. Ohne Papiere floh John Heartfield aus Berlin ins schlesische Oberschreiberhau und überquerte an Ostern 1933 die grüne Grenze nach Tschechien zu Fuß. In Prag tauchte er dann im Café Continental auf, wo andere deutsche Emigranten schon auf ihn warteten.
Das Adressbuch „Künstlerspuren“ von Detlef Lorenz nennt als Ort der Beinahe-Verhaftung das Haus Bleibtreustraße 7, am S-Bahnhof Savignyplatz gleich neben der Stadtbahn. Die alten Berliner Adressbücher verzeichnen keinen Heartfield oder Herzfeld, wie er bürgerlich hieß, nur den Bruder und Malik-Verleger Wieland Herzfelde, der am Kurfürstendamm 76 wohnte. In der Bleibtreustraße 7 gab es mehrere Künstlerateliers und einen Friseur – das alles passt schon.
Heute erinnern fünf Stolpersteine vor dem Haus an die Familie des Diamantenhändlers Abraham Wysniak, dessen Frau Dvora und Tochter Asta im Warschauer Ghetto starben. An der Bleibtreustraße 15 hängen Gedenktafeln für den 1933 vertriebenen Kunsthändler Alfred Flechtheim und die Schauspielerin Tilla Durieux. Und an der Nummer 10/11 gibt es den Hinweis auf die „alte Wunde, unvernarbt“ Mascha Kalékos, die 1974 in ihrem Gedicht „Bleibtreu heißt die Straße“ schrieb: „Hier war mein Glück zu Hause. Und meine Not. / Hier kam mein Kind zur Welt. / Und mußte fort. / Hier besuchten mich meine Freunde / Und die Gestapo.“ Eine Gedenktafel für John Heartfield würde die Betextung der Bleibtreustraße gut ergänzen. Weiterlesen

Montag, 22. Juni 2020

Kunst in Tucholskys Geburtshaus

Marco P. Schaefer im Projektraum KURT KURT, 2020

Marco P. Schaefer hat die Corona-Zeit genutzt, um im Projektraum KURT KURT zwei großformatige Werke zu schaffen. Ein Besuch in Tucholskys Geburtshaus in Moabit. 

Von Michael Bienert   Dass in diesem Teil Moabits niemals reiche Leute wohnten, verrät die baumlosen Lübecker Straße sofort. Schnurgerade haben Spekulanten der Kaiserzeit sie mit Mietskasernen bepflanzt. Was im Krieg kaputt ging, wurde mit Mietsblocks wieder aufgefüllt. In dieser sehr typischen Berliner Straße wurde Tucholsky 1890 geboren. Würde er heute dem Volk aufs Maul schauen, würde er hier viele Fremdsprachen hören. Lübecker Straße 13 in Moabit: Tucholskys Geburtshaus steht noch und trägt eine schlichte Gedenktafel, die schon mal gestohlen wurde und deshalb besonders fest in der Wand verankert ist. Es gibt ja nicht viele Geburtshäuser populärer und kluger Schriftsteller in Berlin. Trotzdem hat es die Kulturverwaltung nie geschafft, hier einen informativen Anlaufpunkt für die vielen Tucholsky-Fans zu etablieren. Die Lübecker Straße dokumentiert nicht nur materielle, sondern auch geistige Armut. Zuende lesen auf www.text-der-stadt.de

Dienstag, 30. Oktober 2018

Wo bitte geht es hier zur Revolution? Zwei Neuerscheinungen zu Berliner Schauplätzen des Winters 1918/19

Revolutionäre vor dem Brandenburger Tor, 1918
Von Michael Bienert. In wenigen Tagen soll sich Berlin in eine aufgeschlagenes Geschichtsbuch verwandeln: Mehrere Ausstellungen zur Novemberrevolution werden eröffnet und 100 Orte in der Stadt sollen als Schauplätze revolutionärer Ereignisse im Winter von 100 Jahren markiert werden. Dazu findet man bereits eine Onlinekarte auf der Website des stadtweiten Projekts 100 Jahre Revolution. Pünktlich zum Jubiläum sind an der Baustelle des Humboldt-Forums die Gerüste vor der wiederaufgebauten barocken Fassade des Berliner Schlosses gefallen: Einer der zentralen Schauplätze der Auseinandersetzungen ist wieder sichtbar geworden. Welche Rolle genau das Schloss in den Novembertagen spielte, beleuchtet der erste Band der Buchreihe Im Fokus: Er rekonstruiert die Ereignisse um die Ausrufung der ersten sozialistischen Republik durch Karl Liebknecht am 9. November 1918 am Schlossplatz, sowie die Mythenbildung, die dazu führte, dass das Portal IV des Berliner Schlosses künftig doppelt vorhanden sein wird. 
Berühmt wurde es durch die Rede, die Kaiser Wilhelm II. am 31. Juli 1914 dort zum Kriegsausbruch an "sein" Volk richtete. Karl Liebknechts Ausrufung der Republik am Nachmittag des 9. November fand vor dem Schloss statt, wahrscheinlich von einem Autodach aus, über die exakte Stelle gibt es widersprüchliche Angaben. Am Abend des 9. November 1918 wählte der "Staatsfeind Nr. 1" ein erleuchtetes Fenster am Schlossportal IV, um erneut zur Menge zu sprechen: Nie wieder werde ein Hohenzoller diesen Platz betreten. Abermals proklamierte Liebknecht die freie sozialistische Republik.
Schlossportal IV
am Staatsratsgebäude, 2017
Als die Schlossruine nach dem Zweiten Weltkrieg auf einen Beschluss der SED gesprengt und abgeräumt wurde, wurde das Portal IV eingelagert. Als Teil des 1962 bis 1964 errichteten DDR-Staatsratsgebäude am Schlossplatz steht es heute unter Denkmalschutz. An der Lustgartenfront des Humboldt-Forums entstand eine 1:1-Kopie des Portals.
Wer lieber mit einem gedruckten Stadtführer durch das revolutionäre Berlin flaniert als mit dem Smartphone, kann dies ebenfalls mit einer aktuellen Buchpublikation tun: Entlang von rund 40 Orten zeichnet Ingo Juchlers Band 1918/1919 in Berlin die Ereignisse des Revolutionswinters nach. Ausgangspunkt ist auch hier das Berliner Schloss, Endpunkt die ehemalige Aula der Universität am Bebelplatz 2, wo die Nationalversammlung am 12. Mai 1919 zu einer Sondersitzung über den Versailler Friedensvertrag zusammentrat. Auf gut hundert Seiten bietet der handliche Band einen kompakten und zuverlässigen Überblick über Berliner Revolutionsorte und -ereignisse.

Dominik Jahnke, Judith Prokasky, Martin Sabrow
Mythos der Revolution. Karl Liebknecht, 
das Berliner Schloss und der 9. November 1918
Carl Hanser Verlag, München 2018,
144 Seiten, 15 €








Ingo Juchler
1918/19 in Berlin 
Schauplätze der Revolution
Be.bra Verlag, München 2018
128 Seiten, 16,– €








Veranstaltungshinweis:

Mythos der Revolution Buchpräsentation und szenische Leseperformance
am 4. November 2018 am Sonntag, 4. November 2018, 11 bis 13 Uhr, Einlass ab 10:15
Ort: ESMT Berlin, Tower View, Schlossplatz 1, 10178 Berlin
Anmeldung bis 31.10. 2018 unter events.humboldtforum.com
Eintritt frei
Buchpräsentation mit Dominik Juhnke, Judith Prokasky, Martin Sabrow und Irmgard Zündorf (Moderation), Szenische Leseperformance mit Clemens Bechtel (Dramaturgie Umsetzung), Andrea Rieder (Konzept und Umsetzung), Thomas Bading, Franziska Hering-Jansen, Michel Diercks (SchauspielerInnen).

Mittwoch, 18. April 2018

Berlinführer in neuen Auflagen

Die Wegweiser von Michael Bienert und Elke Linda Buchholz durch das Berlin der Kaiserzeit (4. Auflage) und das Berlin der Zwanziger Jahre (8. Auflage) sind echte Longseller, was sicher auch daran liegt, dass sie von Auflage zu Auflage gründlich durchgesehen, aktualisiert und verbessert werden. Inzwischen sind auch etliche Farbfotos hinzugekommen, die in den ersten Auflagen fehlten. Jetzt sind die neuesten Nachauflagen aus der Druckerei eingetroffen. Modernes Berlin der Kaiserzeit und Die Zwanziger Jahre in Berlin erscheinen weiterhin im Berlin Story Verlag, sind über den gesamten Buchhandel zu beziehen und kosten unverändert (!) 19,95 pro Exemplar.

Sonntag, 9. Juli 2017

Ein Streifzug durch die Ateliers von Käthe Kollwitz

Das verschwundene Atelierhaus in Tiergarten,
Siegmunds Hof 11, auf einer Postkarte.
"Die Ateliers der Käthe Kollwitz erzählen viel darüber, wie sie ihren Alltag in verschiedenen Lebensabschnitten organisierte – pragmatisch und eigenwillig, mit viel Empathie für die Menschen um sie herum und der unerlässlichen Portion künstlerischen Egoismus, ohne den es nicht geht im Alltag zwischen Kinderzimmer, Arztpraxis, Radier- und Bildhauerwerkstatt." - Zum 150. Geburtstag von Käthe Kollwitz am 8. Juli 2017 ist im Tagesspiegel ein langer Streifzug von Elke Linda Buchholz durch die Atelierstandorte der Künstlerin in Berlin erschienen, den Sie hier nachlesen können: http://www.tagesspiegel.de/berlin/150-geburtstag-von-kaethe-kollwitz-die-muehen-einer-mutter/20034138.html

Mittwoch, 11. Mai 2016

Gedenktafel am Wohnhaus von Elisabeth Bergner - Enthüllung am 12. Mai 2016

Elisabeth Bergner 1935
Quelle: Wikimedia
Der Bezirksbürgermeister von Steglitz-Zehlendorf, Norbert Kopp, enthüllt am Donnerstag, 12. Mai 2016, um 15.00 Uhr im Faradayweg 15 in 14195 Berlin eine Gedenktafel zur Erinnerung an die Schauspielerin Elisabeth Bergner. Veranstalter sind die Senatskulturverwaltung und das Aktive Museum e.V.
Laudator ist der Theaterhistoriker, Dramaturg und Publizist Klaus Völker. Die Schauspielerin Renate Weyl liest Texte von Elisabeth Bergner. Elisabeth Bergner (22.08.1897 - 12.05.1986) war eine der bedeutendsten deutsch-sprachigen Schauspielerinnen und feierte Erfolge im Theater und im Film.
In dem Haus im Faradayweg 15 wohnte sie bis 1933. Als Jüdin musste sie 1933 nach London emigrieren. 1942 erfolgte die Übersiedlung nach New York.
Nach dem Ende des Krieges kehrte sie 1950 nach England und 1954 nach Deutschland zurück, wo sie als Theater- und Filmschauspielerin erfolgreich wirkte. Ihr Regiedebüt gab sie 1970, drei Jahre später zog sie sich ins Privatleben zurück.

Mittwoch, 27. April 2016

Ausgemusterte Denkmäler in der Zitadelle Spandau

Das 1928 vor dem Hamburger Bahnhof enthüllte "Denkmal für die gefallenen Eisenbahner" (Foto links) ist das einzige aus der Zeit der Weimarer Republik, das den Weg in die neue Dauerausstellung in der Zitadelle Spandau gefunden hat. In einer Sonderausstellung wird bis zum 30. Oktober 2016 auch an andere Kriegerdenkmäler und Mies van der Rohes Denkmal für die Opfer der Revolution von 1918/19 erinnert.
Einen Beitrag über die neue Präsentation von politischen Denkmälern, die später wieder aus dem Verkehr gezogen wurden, lesen Sie hier.

Weitere Infos zur Ausstellung unter www.enthuellt-berlin.de

Mittwoch, 6. Januar 2016

Museumswohnung in der Reichsforschungssiedlung Haselhorst - Öffnungszeiten 2016

Die Wohnküche in der Museumwohnung
Fotp: Sabine Dobre/Gewobag
In der 1930-35 erbauten, denkmalgerecht sanierten Reichsforschungssiedlung in Haselhorst hat die Gewobag eine Kleinstwohnung im Stil der Bauzeit rekonstruiert - mit historischer Kochmaschine, Badeofen, Kurzbadewanne und allem, was dazu gehört.  Ehrenamtliche Mitarbeiter vom Gemeinwesenverein Haselhorst stehen jeden letzten Sonntag im Monat (außer im Juli und Dezember) in der Zeit von 14:30–16:30 Uhr als Ansprechpartner zur Verfügung:
31.01.2016 / 28.02.2016 / 27.03.2016 / 24.04.2016 / 29.05.2016
26.06.2016 / 28.08.2016 / 25.09.2016 / 30.10.2016 / 27.11.2016
Der Eintritt ist frei.
Gruppenanfragen bitte an die Gewobag/Tatjana Hoth, Fon: 030 4708-1526, E-Mail: t.hoth@gewobag.de. Weitere Informationen

Donnerstag, 5. November 2015

Die Lichtbildbühne in der Friedrichstraße 225

Der Staatssekretär für Kulturelle Angelegenheiten, Tim Renner, enthüllt am Montag, 9. November 2015, um 11.30 Uhr im Hof der Friedrichstraße 225 in 10969 Berlin eine Gedenktafel zur Erinnerung an das Filmfachblatt "Lichtbildbühne". Laudator ist der Historiker Prof. Dr. Michael Wolffsohn, ein Nachfahre des Herausgebers Karl Wolffsohn, der sich bereits um die Sanierung der Gartenstadt Atlantic am S-Bahnhof Gesundbrunnen verdient gemacht hat. In dem Gebäude Friedrichstraße 225 befanden sich seit 1924 die Verlagsräume der Filmfachzeitschrift "LICHTBILDBÜHNE". Das bereits seit 1908 erscheinende Filmfachblatt richtete sich an Kinobetreiber, Verleiher und Produzenten. Der Herausgeber Karl Wolffsohn wurde nach 1933 gezwungen seinen Verlag und sonstigen Besitz unter Wert zu verkaufen oder entschädigungslos abzugeben, weil er Jude war. 1939 floh Wolffsohn nach Palästina und kehrte 1949 nach Berlin zurück. Im südlichen Bereich der Friedrichstraße waren vor dem Zweiten Weltkrieg auch zahlreiche Studios und Betriebe der jungen Filmindustrie ansässig.

Donnerstag, 9. April 2015

Hauser & Tiger - Literaturreihe in memoriam Kurt Tucholsky in Moabit

Texte kann man vorlesen – man kann sie aber auch vertonen. Beide Spielarten gibt es am 16. April 2015 bei der Literaturreihe Hauser & Tiger in Moabit zu hören: Maruan Paschen liest aus seinem Debüt „Kai. Eine Internatsgeschichte“ und Rike Scheffler gestaltet aus ihren Texten mit Hilfe einer Loopmaschine lyrische Klangcollagen. Dazu gibt es hausgemachte Suppe, einen Kurt-Tucholsky-Cocktail und das Remake von Tucholskys berühmter Bücherbar. Dafür hat die Literaturreihe einen neuen Gastgeber gefunden: Das junge Barprojekt Kallasch& in der Unionstraße 2.
Die Literaturreihe Hauser & Tiger versteht sich als Entdeckungsreise mit Wohnzimmeratmosphäre. Sie setzt auf Bar statt Literaturhaus und Austausch statt stummer Zuhörerschaft. Hauser & Tiger will Gelegenheit bieten, Menschen aus dem Kiez zu treffen, gemeinsam neue Literatur zu erleben und sich über kreative Prozesse in Moabit auszutauschen. Bereits im Titel der Veranstaltungsreihe steckt eine Hommage an die literarische Tradition des Stadtteils. Sie erinnert an den in Moabit geborenen Schriftsteller und Pazifisten Kurt Tucholsky und seine Pseudonyme Kaspar Hauser und Theobald Tiger. (Quelle: Pressemitteilung der Veranstalter)

Hauser & Tiger
Donnerstag, 16. April 2015
Einlass und Suppe: 19.30 Uhr
Beginn der Lesung: 20.30 Uhr
Kallasch& Moabiter Barprojekt, Unionstraße 2, 10551 Berlin
Eintritt frei
Weitere Informationen finden Sie unter www.facebook.com/hauserundtiger oder www.hauserundtiger.de

Montag, 6. Oktober 2014

Eine neue Gedenktafel für Paul Hertz

Paul Hertz, sein Enkel Henry Berg und Grundschulkinder in der
Paul Hertz-Siedlung. Foto: Tina Merkau/Gewobag

Henry Berg ist ein amerikanischer Architekt und Enkel des sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten Paul Hertz, der von den Nazis ins Exil getrieben wurde, aber schon bald nach dem Zweiten Weltkrieg nach West-Berlin zurückkehrte, um den Wiederaufbau Berlins als Finanzsenator zu unterstützen. In der nach ihm benannten Paul-Hertz-Siedlung in Charlottenburg hat Mr. Berg heute eine neue Gedenktafel für seinen Großvater eingeweiht. Der Sozialdemokrat, Finanz- und Wirtschaftsfachmann Paul Hertz war seit 1920 Reichstagsabgeordneter und stimmte 1933 mit seiner Fraktion gegen Hitlers Ermächtigungsgesetz.

Montag, 10. Februar 2014

Kracauers Freunde

Am 8. Februar jährte sich der 125. Geburtstag des Schriftstellers, Essayisten und Filmtheoretikers Siegfried Kracauer - kein Thema für die Berlinale, aber für die Bürgerinitiative, die sich erfolgreich für die Umbennung des Charlottenburger Holtzendorffplatzes in Kracauerplatz eingesetzt hat. An dem Wohnhaus Sybelstraße 35, von dem Kracauer 1933 ins Pariser Exil fliehen musste, hängt inzwischen eine Gedenktafel, dort versammelten sich Johannes Riedner, Georg Steinmeyer (Kracauer-Forscher), Rolf Sanden und Joachim Neu von der Initiative Ehrung Siegfried Kracauer).  Eine Rose, zwei Lichter und ein aktueller Presseartikel waren der Erinnerung an den bedeutenden Zeitkritiker der Weimarer Republik gewidmet.
Der WDR strahlte ein Zeitzeichen zum Geburtstag aus, hier ist es nachzuhören.

Mittwoch, 13. Februar 2013

Stadterkundungen zur Bücherverbrennung 1933 - jetzt zum Selbermachen

Die unterirdische "Bibliothek" von Micha Ullman
am Bebelplatz markiert den Schauplatz
der Bücherverbrennung am 10. Mai 1933
Stadtführungen zu Exilautoren wie Bertolt Brecht und Joseph Roth bieten wir schon seit vielen Jahren an. Zum 60. Jahrestag der Wiederkehr der nationalsozialistischen Bücherverbrennung haben wir ein Konzept erarbeitet, wie Schüler, Lehrer und andere interessierte Gruppen selbständig eine Stadterkundung zum Thema recherchieren und durchführen können.
Mehr Informationen
Zum Stadtplan