Donnerstag, 5. November 2015

Die Lichtbildbühne in der Friedrichstraße 225

Der Staatssekretär für Kulturelle Angelegenheiten, Tim Renner, enthüllt am Montag, 9. November 2015, um 11.30 Uhr im Hof der Friedrichstraße 225 in 10969 Berlin eine Gedenktafel zur Erinnerung an das Filmfachblatt "Lichtbildbühne". Laudator ist der Historiker Prof. Dr. Michael Wolffsohn, ein Nachfahre des Herausgebers Karl Wolffsohn, der sich bereits um die Sanierung der Gartenstadt Atlantic am S-Bahnhof Gesundbrunnen verdient gemacht hat. In dem Gebäude Friedrichstraße 225 befanden sich seit 1924 die Verlagsräume der Filmfachzeitschrift "LICHTBILDBÜHNE". Das bereits seit 1908 erscheinende Filmfachblatt richtete sich an Kinobetreiber, Verleiher und Produzenten. Der Herausgeber Karl Wolffsohn wurde nach 1933 gezwungen seinen Verlag und sonstigen Besitz unter Wert zu verkaufen oder entschädigungslos abzugeben, weil er Jude war. 1939 floh Wolffsohn nach Palästina und kehrte 1949 nach Berlin zurück. Im südlichen Bereich der Friedrichstraße waren vor dem Zweiten Weltkrieg auch zahlreiche Studios und Betriebe der jungen Filmindustrie ansässig.

Dienstag, 3. November 2015

Curt Bejach und das Gesundheitshaus am Urban - Ausstellungseröffnung am 9. November

Eine Ausstellung erinnert an den Kreuzberger Stadtarzt Dr. Curt Bejach (1890 –1944) und das von ihm 1925 mitgegründete „Gesundheitshaus am Urban“, das während des Zweiten Weltkrieges durch Bomben zerstört wurde. Es war das erste kommunale Zentrum für präventive Medizin und Gesundheitserziehung in Berlin. Heute steht dort das bezirkliche Gesundheitsamt. 1933 wurde Bejach von den Nazis entlassen, im Januar 1944 nach Theresienstadt und von dort nach Auschwitz deportiert, wo er im Herbst 1944 ermordet wurde. Im Rahmen der Ausstellungseröffnung findet die diesjährige Gedenkveranstaltung des Bezirksamtes und der Bezirksverordnetenversammlung anlässlich der Novemberpogrome von 1938 statt. Im Mittelpunkt der Ansprachen steht die Verfolgungsgeschichte jüdischer Ärzte.

Ausstellungseröffnung: Montag, 9. November 2015, 18:00 Uhr, Veranstaltungsraum des Curt-Bejach-Gesundheitshauses, Urbanstraße 24, 10967 Berlin

Montag, 2. November 2015

Erweiterung des Bauhaus-Archivs / Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten vom 5. bis 25. 11. 2015

Modell der Erweiterung des Bauhaus-Archivs
Foto: Staab Architekten
Einstimmig ist der Entwurf von Volker Staab für eine Erweiterung des Bauhaus-Archivs am 22. Oktober von einer Wettbewerbsjury zur Ausführung empfohlen worden: "Ein filigraner, fast zarter gläserner 5-geschossiger Turm mittig auf einer Plattform und ein eingeschossiger Riegel entlang der Von-der-Heydt-Straße sind die einzigen wahrnehmbaren Elemente der Erweiterung des Bauhaus-Archivs. Alle Ausstellungsflächen werden auf einer Ebene unter der als Plateau mit eingeschnittenem Hof vollständig neu gestalteten Freiflächen angeordnet. Die mit der Brückenrampe beginnende promenade architecturale behält ihre Wirkung als freigestelltes, kompositorisches Element im erweiterten Ensemble und tritt darüber hinaus in Dialog mit dem neuen Zugangsturm. Hierbei erhält der Freiraum eine neue Prägung. Das erklärte Ziel des Entwurfs, den Bestand zu stärken und gleichzeitig einen wahrnehmbaren, zeichenhaften Eingang für die abgesenkten Ausstellungsflächen zu schaffen, gelingt über diese klare und durchdachte Intervention. Gleichzeitig wird eine eindeutige Antwort auf die schwierige Adressbildung und Orientierung des Grundstücks gegeben. Der Anspruch, ein einziges, als Gesamtfigur erleb- und bespielbares neues Ensemble für das Berliner Bauhausarchiv zu schaffen findet in diesem Entwurf eine überzeugende Übersetzung", heißt es im Urteil des Preisgerichts. Das kann jetzt überprüft werden: Die Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten wird durch den Staatssekretär für kulturelle Angelegenheiten Tim Renner und die Direktorin des Bauhaus-Archvis Dr. Annemarie Jaeggi am

Donnerstag, den 05.11.2015
um 19:00 Uhr
im HO | Berlin, Holzmarktstraße 66, 10179 Berlin

eröffnet. Die Ausstellung ist danach von Freitag, den 06.11.2015 bis Mittwoch, den 25.11.2015 täglich von 13:00 bis 19:00 Uhr zu besichtigen. Der Eintritt ist frei.

Mittwoch, 7. Oktober 2015

Immer der Käthe nach - Kollwitz in Berlin

Das Denkmal auf dem Kollwitzplatz
Foto: Michael Bienert
Von Elke Linda Buchholz - Wo in Berlin hatte Käthe Kollwitz eigentlich ihr Atelier? Einfache Frage, vierfache Antwort: Als die 24jährige frisch verheiratet mit ihrem Karl 1891 aus Königsberg nach Berlin zog, klappte sie ihren Zeichenblock kurzerhand in der Familienwohnung irgendwo zwischen Sofa, Küchentisch und Bett auf. Die damalige Adresse Weißenburger Str. 25 ist aus dem Berliner Stadtplan verschwunden, das Haus im Krieg zerbombt. Heute markiert an der Kollwitzstraße 56a im Prenzlauer Berg eine gelbe Kunststoffgedenktafel den Standort des längst neubebauten Eckgrundstücks.
Ein eigenständiges Atelier hatte die Künstlerin, bald Mutter zweiter Kinder, lange Zeit nicht. Aber ihre wachsende Familie breitete sich in dem mehrstöckigen Mietshaus am heutigen Kollwitzplatz mitsamt der Armenarztpraxis nach und nach auf drei Etagen aus. Erst 1912 mietete sich Kollwitz einen separaten Werkstattraum im großen Atelierhaus Siegmunds Hof 11 im Hansaviertel am Tiergartenrand, wo viele Künstler arbeiteten. Denn dort konnte die als Graphikerin bereits anerkannte Künstlerin an ihren Skulpturenprojekten arbeiten, wozu sie mehr Platz brauchte. Den Ort aufzusuchen, beschert dem Stadtspaziergänger allerdings eine weitere Frustration: Auch dieses Haus steht nicht mehr. Stattdessen logieren jetzt hunderte Studenten auf dem in den 1950 Jahren neu bebauten Areal. Zur Universität der Künste ist es nur eine Viertelstunde Fußweg. Dort in der Hardenbergstraße 33 leitete Käthe Kollwitz ab 1928 das Meisteratelier für Graphik: Die als erste Frau zur Professorin der Akademie ernannte Künstlerin unterrichtete in einem Seitenflügel des wuchtigen Baukomplexes auch ihre Studenten.
Doch damit war nach ihrem erzwungenen Austritt aus der Akademie 1933 unter den Nazis Schluss. In der Ateliergemeinschaft Klosterstraße 45 in Mitte fand Kollwitz schließlich noch einmal Raum zum Arbeiten, Unterschlupf für Graphikutensilien und Zeichenmappen, Austausch unter Kollegen. 1945 wurde auch dieses Gebäude ausgebombt. Als Teenagerin war sie einst auf der Durchreise zum ersten Mal nach Berlin gekommen, über 50 Jahre hat Käthe Kollwitz hier gelebt und gearbeitet. Aber ihre authentischen Spuren finden sich nicht mehr in den Straßen und Häusern der Stadt, sondern eher in ihren Werken – im Käthe-Kollwitz-Museum in der Fasanenstraße oder in den Archivkästen des Kupferstichkabinetts.
Trotzdem ist es spannend, das topographische Netzwerk dieser eigensinnigen Frau nachzuvollziehen, zumal es zugleich wichtige Orte des damaligen Kunstbetriebs wie Akademie und Sezession tangiert. Einen Leitfaden samt Stadtplan dazu bietet das schmale Bändchen "Käthe Kollwitz in Berlin", das Iris Berndt und Isabell Flemming im Auftrag des Käthe-Kollwitz-Museums Berlin dieses Jahr zum 70. Todestag der Künstlerin herausgebracht haben. Die kurzen Texte und historischen Fotos gehen zwar nicht über das Bekannte hinaus, machen aber neugierig, das interessante Feld "Kollwitz und Berlin" einmal gründlicher zu beackern.

Iris Berndt, Isabell Flemming
Käthe Kollwitz in Berlin 
Ein Stadtrundgang | A City Tour 
56 Seiten, 39 Abb., 210 x 200 mm,
zweisprachig deutsch / englisch
Lukas Verlag, Berlin 2015, 9,80 Euro

Mittwoch, 26. August 2015

Ein neuer Führer durch die Hufeisensiedlung

Eine kompetenteren Autor für einen Kurzführer über die weltberühmte Hufeisensiedlung von Bruno Taut gibt es kaum: Ben Buschfeld lebt dort seit Jahren, mit seiner Frau Katrin Lesser hat er ein Haus im Stil der Bauzeit innen komplett restauriert und eingerichtet, er hat bereits die Ausstellung zur Siedlung in der Infostation und den Webauftritt gestaltet. Da Buschfeld überdies auch noch im Hauptberuf als professioneller Designer und Buchgestalter arbeitet, besticht das nun bei Nicolai erschienene handliche Buch zum Thema durch Eleganz und Übersichtlichkeit. Eine schöne Orientierungshilfe sind die Luftbildaufnahmen, in denen die einzelnen Bauabschnitte farbig markiert sind. Darüber hinaus präsentiert der Band seltene historische Aufnahmen und stellt die bedeutenden Planer und einige Bewohner im Porträt vor - einschließlich des SS-Mannes Adolf Eichmann, der in der benachbarten Krugpfuhlsiedlung wohnte. Abgerundet wird die Darstellung durch kurze Kapitel zu den anderen UNESCO-Welterbesiedlungen in Berlin und Hinweise auf weitere Bauten des Architekten Bruno Taut.

Ben Buschfeld
Bruno Tauts Hufeisensiedlung
UNESCO-Welterbe-Siedlung der Berliner Moderne
Deutsch | Englisch
144 Seiten
13 x 21 cm
150 Abbildungen, 10 Pläne
Klappenbroschur
Nicolai Verlag, Berlin 2015 

ISBN 978-3-89479-923-6
16,95 EUR

Sonntag, 23. August 2015

bauhaus re use

Das Foto links zeigt das Bauhaus-Archiv an der Klingelhöferstraße, gesehen aus dem fast fertigen neuen Veranstaltungspavillon an der Kingelhöferstraße. Der Clou: Man blickt dabei durch Originalfenster, die früher Teil des Dessauer Bauhauses waren. Angefertigt wurden sie 1976 für die Rekonstruktion des Gebäudes, ausgebaut 2011, als es energetisch saniert wurde. Das Architekturbüro zukunftsgeraeusche hat daraus in Zusammenarbeit mit dem Bauhaus-Archiv und dem Oberstufenzentrum Knobelsdorff-Schule ein neues Gebäude recycelt. Ab Mitte September soll es für Veranstaltungen zur Verfügung stehen und als Infopavillon zu den Themen Architektur, Stadtentwicklung und Design in Berlin dienen. Robert Huber (Foto unten) von zukunftsgeraeusche stellte das Gebäude am Freitag anlässlich eines Vorbereitungstreffens zur Triennale der Moderne im Herbst 2016 im Bauhaus-Archiv vor.

Fotos: Michael Bienert

Sonntag, 14. Juni 2015

Kästner in Friedenau

So idyllisch sieht es auf der Dachterrasse des Hauses Niedstraße 6 aus, wo Michael Bienert am kommenden Samstag, dem 20. Juni 2015, um 20.40 und 21.20 Uhr aus seinem Buch Kästners Berlin liest. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Friedenauer Lesenacht statt, bei der zahlreiche Autoren an ungewöhnlichen Orten auftreten. Zum Programmheft

Freitag, 29. Mai 2015

Wettbewerb für Erweiterung des Bauhaus-Archivs ausgeschrieben

Anlässlich des 100. Jubiläums des Bauhauses 2019 erhält das Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung in Berlin eine Erweiterung. Der vom Land Berlin ausgelobte Architekturwettbewerb umfasst die denkmalgerechte Sanierung des Bestandsbaus von Walter Gropius und einen Neubau für das Museum. Architekturbüros weltweit können sich bis zum 11. Juni 2015 für eine Teilnahme bewerben. Im Oktober 2015 soll der Siegerentwurf ermittelt werden. Bauherr ist das Land Berlin, finanziert werden Museumsneubau und Bestandssanierung anteilig zur Hälfte vom Bund und vom Land Berlin. Um einen modernen Museums- und Archivbetrieb gewährleisten zu können, soll das Bauhaus-Archiv in Berlin denkmalpflegerisch saniert und um einen Neubau erweitert werden. Das Bauhaus-Archiv besitzt die weltweit umfangreichste Sammlung zur Geschichte des Bauhauses. Mittlerweile ist das von Walter Gropius entworfene und 1979 eröffnete Haus zu klein geworden und wird den gestiegenen Anforderungen an ein Museum mit Archivfunktion nicht mehr gerecht. Die Besucherzahlen haben sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt, 2014 beliefen sie sich auf 115.000 Besucher. Zukünftig werden die Funktionen des Bauhaus- Archivs und des Museums für Gestaltung Berlin auf zwei Gebäude verteilt. Während das Bestandsgebäude für das Archiv vorgesehen ist, wird der Erweiterungsbau dem Museum für Gestaltung dienen. Das denkmalgeschützte Bestandsgebäude mit einer Bruttogeschossfläche von ca. 3.900 qm soll saniert werden aber in seiner Architektur erhalten bleiben. Der Erweiterungsbau soll mit einer BGF von ca. 6.700 qm auf dem westlichen Grundstückteil zwischen Landwehrkanal, Klingelhöferstraße und Von-der-Heydt-Straße platziert werden. Als Museum für Gestaltung soll der Neubau sämtliche Anforderungen an ein Ausstellungsgebäude des 21. Jahrhunderts erfüllen. Erwartet werden Entwürfe, die sich architektonisch mit dem Bestandsgebäude von Walter Gropius auseinandersetzen und es respektieren, aber zugleich eine eigenständige Architektur entwickeln. 15 Architekturbüros sind bereits gesetzt, bis zu 35 weitere werden im Rahmen eines Auswahlverfahrens zusätzlich ermittelt. Die Wettbewerbsergebnisse werden dann in einer Ausstellung öffentlich vorgestellt. (Quelle: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung)

Zu den Wettbewerbsunterlagen

Mittwoch, 20. Mai 2015

Kästner in Kreuzberg

Foto aus: KÄSTNERS BERLIN
In Kreuzberg hatte Erich Kästner seine erste Berliner Wohnung. Das Zeitungsviertel war ein wichtiger Bezugspunkt für ihn in der Hauptstadt, schon ehe er 1927 nach Berlin übersiedelte. Das Foto zeigt einen der damaligen Journalistentreffpunkte: den Kasinosaal im Ullsteinhaus an der Kochstraße. Am 30. Mai berichtet Michael Bienert während der Langen Buchnacht im FHXB-Museum über Kästners vielfältige, bisher kaum gewürdigte Beziehungen zu Kreuzberg. Mehr Infos

Sonntag, 19. April 2015

Gustav mit der Hupe liest aus "Kästners Berlin"

Wolfgang Condrus
Foto: Audible/Youtube
Er gehört zu den beliebtesten deutschen Synchronsprechern, hat zahlreiche Hörbücher aufgenommen und Filme gedreht. Als Kind schon spielte Wolfgang Condrus in der zweiten Verfilmung von Emil und die Detektive (1954) den kleinen Gustav mit der Hupe. Der Schauspieler gibt uns die Ehre, am 19. Mai 2015 in den Museen Dahlem gemeinsam mit Michael Bienert aus dessen Buch Kästners Berlin zu lesen. Hier können Sie ein Youtube-Interview mit Condrus sehen, auf der Website von Schleichers Buchhandlung erfahren Sie mehr über die Veranstaltung.